Konsequenz bei der Hundeerziehung

 

So wie Geduld, Beobachtungsfähigkeit und Ruhe zu den Voraussetzungen gehören, um konsequent handeln zu können, so ist die konsequente Handlungsweise ihrerseits die Voraussetzung dafür, dass alle die bereits erwähnten wichtigen Aspekte beim Umgang mit Tieren überhaupt wirksam werden können!
Konsequentes Handeln ist offensichtlich ein Hauptproblem ganz vieler Hundebesitzer.

Konsequentes Handeln beim Umgang mit Hunden setzt voraus, dass der Mensch entschlossen ist, dem Tier gerecht zu werden und nicht seine Phantasievorstellungen in das Tier hinein interpretieren will.

Fast jeder Hund stellt die Konsequenz seines Menschen auf die Probe. Nicht nur einmal. Er tut das immer wieder. Fünfmal, zehnmal, zwanzigmal – es ist individuell verschieden.

Jeder, der jetzt klein beigibt und etwa sagt:”Na, vorhin hat‘s ja geklappt. Da will ich das jetzt mal nicht so eng sehen!”, jeder, der so handelt, ist durchgefallen! Durchgefallen in den Augen seines eigenen Hundes!

Der wollte nur mal testen, ob Mensch wirklich meint, was er sagt. Wer meint, jetzt ist die Übungsstunde ja vorbei und dann muss das nicht mehr so genau genommen werden, der braucht sich nicht wundern, wenn sein Hund dann nichts mehr darauf gibt, was ihm gesagt wird!

Also: mit Konsequenz ist in der Hundeerziehung alles möglich – ohne Konsequenz geht Garnichts.

 



Ihr Hund kommt zu Ihnen

 

 

Laufen Sie nicht Ihrem Hund nach! Ihr Hund kommt zu Ihnen.

Sie bestimmen, wo es lang geht. Von Anfang an darf es kein Fangen des weglaufenden Welpen geben! Lassen Sie Ihren Welpen oder Junghund an Orten frei, wo er keinen Schaden machen und keinen Schaden nehmen kann.

Vergessen Sie das nie!

Sonst sind Sie unter Umständen der Sicherheit wegen gezwungen, Ihrem Hund nachzulaufen, um ihn vor Schaden zu bewahren. Das wird Ihr Hund allerdings ganz anders interpretieren und sich als der Führende fühlen. Sie haben dann die Folgen für Ihr unbedachtes oder unkonzentriertes Verhalten wieder auszubügeln.

Üben Sie schon mit dem Welpen und Junghund das Kommen auf Ruf. Rufen Sie ihn EINMAL. Kurz, prägnant mit seinem Namen und einem einzigen Befehlswort (“Hier!”), nie mit einem ganzen Satz. Und wenn er nicht kommt, sondern in eine andere Richtung läuft, gehen Sie nicht hinterher! Verstecken Sie sich lieber und warten Sie mal ab, was er tut. Sie werden sehen, dass ihm das Alleinsein bald auffällt und er anfängt Sie zu suchen. Falls er Sie nicht findet, können Sie jetzt noch einmal rufen und wieder in Erscheinung treten. Aber gehen Sie nicht auf ihn zu!

Bewegen Sie sich entweder weg vom Hund oder machen Sie sich klein, indem Sie in die Hocke gehen. Wenn er dann kommt, sind natürlich große Freude und dickes Lob angesagt. Ein paar Mal gemacht und Ihr Hund wird großen Wert darauf legen, Sie nicht zu verlieren. Im jungen Alter funktioniert das noch, wenn der Hund bereits erwachsen ist nicht mehr. Aber früh genug angewendet verschafft ihm dieses Vorgehen eine Grundlage, von der Sie sein Leben profitieren können. Den Ort für solche Übungen haben Sie natürlich so ausgesucht, dass Sie und Ihr Hund weit und breit die einzigen Lebewesen sind, sodass er nicht bei anderen Menschen oder Hunden Schutz suchen kann. So nutzen Sie die kindliche Abhängigkeit des Welpen, um ihm diese Erfahrung für sein ganzes Leben zu vermitteln.

Gewöhnen Sie Ihren Hund von Anfang an auch unbedingt daran, dass Sie ihn bei jedem Kommen als Erstes anfassen! Erst Anfassen, dann Lob, Freude, Leckerli! Das ist ganz wichtig, damit Sie nie ein Problem haben, ihn wieder an die Leine zu bekommen.

 

 

 

 

Kommen korrigieren: ein Weg ohne Zwang oder Schmerz beim erwachsenen Hund

 

 

Auch wenn Ihr Hund schon aus dem Welpenalter heraus ist: Laufen Sie ihm nicht nach! Dann führt er Sie statt Sie ihn – unter anderem auch an der Nase herum. Wenn Sie wissen, dass Ihr Hund Sie bereits veräppelt, müssen Sie zuerst das gegenseitige Verhältnis auf eine solide Grundlage stellen.

Lassen Sie ihn nicht frei laufen an Orten, wo er sich verselbständigen kann. Üben Sie statt dessen Leinenführigkeit. Das heißt: Bei Fuß und Sitz und Platz. Sie können ruhig alle 10 bis 15 Schritte Sitz oder Platz verlangen. Machen Sie das ab und zu für fünf Minuten. Das soll lediglich bewirken, dass das Befolgen von Kommandos überhaupt eingeübt wird. Es muss für den Hund selbstverständlich sein zu tun, was Sie sagen! Kann sein, es dauert 14 Tage, bis diese Selbstverständlichkeit wirklich eintritt, vorausgesetzt, die benutzten Kommandos waren schon bekannt.

Wenn das ohne Nachhilfe reibungslos klappt, dann können Sie beginnen, das Kommen neu zu üben. Folgender Versuch lohnt sich unter der oben genannten Voraussetzung oft. Also machen Sie ihn mal wieder los. Aber nicht irgendwo. Gehen Sie dazu unbedingt auf einen sicher eingezäunten Platz. Hier gehen Sie eine Runde spazieren, üben evtl. noch kurz die Unterordnung und erlauben ihm danach, frei auf diesem Platz herumzulaufen. Laufen Sie auch ein bisschen kreuz und quer auf dem Platz herum, wenn Sie Lust haben auch im Laufschritt. Aber laufen Sie Ihre Tour, keinen Schritt hinter Ihrem Hund her! Nach einer Weile hören Sie auf, sich zu bewegen. Warten Sie ab, bis Ihr Hund sich von Ihnen entfernt hat und rufen Sie ihn dann. Sie sollten nicht unmittelbar beim Tor stehen, auch nicht ganz weit davon entfernt. Falls er nicht kommt und immer noch seine Spielchen mit Ihnen treiben will gehen Sie zum Tor und rufen Sie noch ein Mal.

Kommt er jetzt: Loben, freuen, alles gut!

Kommt er jetzt nicht, gehen Sie raus, machen das Tor hinter sich zu und bleiben 5 oder 10 Meter vom Tor entfernt. Vielleicht haben Sie ja einen Stuhl dort deponiert. Er wird ans Tor kommen, früher oder später, und dahin wollen, wo Sie jetzt sind und er nicht hin kann. Beachten Sie ihn nicht. Er ist jetzt Luft für Sie. Lassen Sie ihn, wo er ist. Erst später, wenn er sich wieder entfernt hat und im hinteren Teil des Gatters ist, dann gehen Sie wieder ans Tor und rufen Ihren Hund. Wenn er nicht kommt: bitte schön, dann bleibt er drin und Sie klönen noch ein bisschen auf Ihrem Stuhl oder lesen was.

Sie wissen es schon: Sie nehmen ihn erst mit, wenn er auf Ihren Ruf zu Ihnen gekommen ist und sich anleinen lassen hat! Dann sollten Sie ihn auch loben.

Machen Sie das so oft, bis er ein paar Mal beim ersten Ruf eilig zu Ihnen gekommen ist. Danach können Sie ihn auch mal wieder im normalen Tagesablauf frei lassen. Wählen Sie die ersten Male einen Ort, wo er nicht allzu sehr abgelenkt wird. Rufen Sie ihn und gehen Sie sofort, auch wenn er gleich kommt, von ihm weg. Rufen Sie ihn auch die nächsten Male immer in Verbindung mit einem Richtungswechsel. Sie haben es ja in der Hand, die passende Situation herbeizuführen. Freuen Sie sich, wenn er dann da ist. Gehen Sie möglichst bald dazu über, ihn erst beim 3. oder 5. Heranrufen wieder anzuleinen. Das Kommen sollte er mit einem erfreulichen Kontakt zu Ihnen verknüpfen, nicht mit dem grundsätzlichen Ende des Freilaufs! Und vergessen Sie bitte nicht, die Unterordnung!

 

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© Gerhard Mäder Stade - Haddorf